10 Jahre Übereinkommen von Paris – und die Emissionen steigen weiter

Kölner For-Future-Bewegung fordert mehr Anstrengung im Klimaschutz

Am 12. Dezember 2025 jährt sich die Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens zum zehnten Mal. Vor einem Jahrzehnt versprachen fast 200 Staaten, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Kölner Klimaschutzbewegung mahnt an diesem Gedenktag: Die Klimakrise schreitet rasanter voran als je zuvor – weltweit, national und lokal. Trotz ambitionierter Ziele in Köln fordern wir eine deutliche Beschleunigung der Maßnahmen, um die Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. „Das Pariser Abkommen war ein Weckruf und ein Startpunkt, dem zwar Klimaschutzmaßnahmen folgten, die allerdings bisher bei Weitem nicht ausreichen. Jetzt sind große Anstrengungen nötig, um die schlimmsten Folgen der menschengemachten Erderwärmung zu verhindern“, betont Dieter Gehringer von Grannies for Future Köln.

Leider hat auch die 30. Weltklimakonferenz in Belém keinen Fortschritt bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen erbracht. Eine kleine Gruppe von öl- und gasfördernden Staaten hat erreicht, dass kein verpflichtender Prozess zum Ausstieg aus fossilen Energien beschlossen wurde.[1] „Das ist nicht der Notfall-Modus, der jetzt die adäquate Antwort wäre auf diese Krise.“, so Klimaforscher Niklas Höhne vom New Climate Institute.[2]

Weltweit verzeichnen wir Rekordemissionen statt eines signifikanten Rückgangs. Seit 2015 sind die globalen Treibhausgasemissionen um rund 15% gestiegen und erreichten 2024 einen neuen Höchststand von über 57 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalent.[3] Trotz Versprechen von 140 Staaten zu Netto-Null-Zielen bis 2050 und Fortschritten bei Erneuerbaren Energien – die 2024 fast 10 Gigatonnen CO₂ vermieden haben – reichen die Anstrengungen nicht aus.[4]

Die UN warnt: Um das 1,5-Grad-Ziel zu halten, müssten die Emissionen bis 2030 um 42 Prozent sinken. Stattdessen heizt die Klimakrise Hitzewellen an, die heute fünf- bis zehnmal wahrscheinlicher sind als 2015.[5]

Reiche Nationen haben zudem ihr Versprechen von 100 Milliarden Dollar jährlich für Klimaschutz- und -anpassung an Länder des Globalen Südens bis 2025 gebrochen – was die globale Ungleichheit weiter vertieft.

In Deutschland hat die Klimaschutzbewegung erreicht, dass das Thema ernst genommen wurde. Wir sehen zwar Fortschritte im Klimaschutz, die gleichwohl den Pariser Pfad meilenweit verfehlen. Die Emissionen sind seit 2015 um etwa 20% gesunken, von rund 850 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent 2015 auf schätzungsweise 672 Millionen Tonnen im Jahr 2023 – der stärkste Rückgang seit 1990.[6] Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Kohleausstieg tragen dazu bei. Doch der Pro-Kopf-Ausstoß bleibt mit 8,3 Tonnen doppelt so hoch wie der des globalen Durchschnitts.[7]

Die Bundesregierung plant bis 2030 eine Reduktion um 65 Prozent gegenüber 1990, aber aktuelle Prognosen zeigen: Ohne massive Investitionen in Energie- und Mobilitätswende scheitern wir. „Deutschland kann Vorreiter sein – doch derzeit bremsen Bürokratie und fossile Lobby den Fortschritt aus“, kritisiert Benedikt Siebauer von Fridays for Future Köln. Und die aktuelle Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz setzt mit ihrer Erdgas-Strategie und der Kampagne gegen das sog. „Verbrenner-Aus“ ebenso die falschen Signale wie mit der Aufweichung des Europäischen Emissionshandelssystems für den Gebäude- und Verkehrssektor.

Die Stadt Köln hat ambitionierte Ziele, die Umsetzung jedoch hinkt hinterher. Der Klimanotstand wurde 2019 ausgerufen, und 2021 beschloss der Rat die Klimaneutralität bis 2035. Die Beschlusslage ist eindeutig, doch die Umsetzung ist nicht ambitioniert genug. Die Stadt emittiert jährlich rund 10 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent, und in Bereichen wie Verkehr und Wärme müssen dringend effektive Maßnahmen umgesetzt werden. Deshalb fordert die Kölner Klimaschutzbewegung: Bis 2030 muss Kölns Strom- und Wärmeversorgung klimaneutral sein, um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden.[8]

„Lokale Entwicklungen wie der Ausbau von Solaranlagen und Radwegen sind gute Schritte – aber wir brauchen mehr davon, mit mehr Tempo und Bürgerbeteiligung“, so Renate Schmid von Parents for Future Köln. Die Kölner Klimaschutzbewegung ruft alle Kölner*innen auf: Nutzen Sie diesen Jahrestag, um Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben! Werden Sie Teil der Klimawende – engagieren Sie sich!

Am Freitag, 12. Dezember 2025, setzen wir ein Zeichen für ambitionierten Klimaschutz. Mit einer Projektion vor der Kulisse des Kölner Doms appellieren wir an Politik und Gesellschaft:

There is no Planet B!
Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder!
Klimaschutz jetzt!

Freitag, 12. Dezember 2025, 16:30 Uhr

Ort der Projektion
Treppe an der Römischen Hafenstraße, neben Roncalliplatz und Römisch-Germanischem Museum

Ansprechpartner für Parents for Future Köln

Markus Burbach und Sigrid Lange
koeln@parentsforfuture.de

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Pressefotos

© Ulla Kellerwessel
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Quellen

  1. https://dfge.de/cop-30-die-wichtigsten-ergebnisse/#:~:text=Die%20globale%20NDC%2DDeckung%20liegt,2%20Gt%20CO2e.
  2. https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimakonferenz/analyse-cop30-ergebnisse-100.html
  3. https://www.tagesschau.de/wissen/klima/bericht-zustand-klima-100.html
  4. https://www.focus.de/earth/10-jahre-pariser-klimaabkommen-der-liste-der-erfolge-und-gefahren_fa13df24-96b1-4def-9997-f384f5c5c436.html
  5. https://www.focus.de/earth/10-jahre-pariser-klimaabkommen-der-liste-der-erfolge-und-gefahren_fa13df24-96b1-4def-9997-f384f5c5c436.html
  6. https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/finale-daten-fuer-2023-klimaschaedliche-emissionen
  7. https://de.statista.com/themen/2442/treibhausgasemissionen/
  8. https://klimawende.koeln/